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5. Ausblick

Digitale Wasserzeichen stehen trotz erster Vollversionen kommerzieller Programme noch am Anfang ihrer Entwicklung, jedoch werden große Anstrengungen unternommen, um den tatsächlichen Einsatz zu realisieren.

Um die Verwirklichung von digitalem Copyright und deren Überprüfung nicht an den riesigen Mengen von digitalen Daten scheitern zu lassen, sind automatische Suchsysteme im Gespräch, die nach unerlaubter Verwertung von Dokumenten suchen. In Referenzdatenbanken sollen Dokumente eingetragen werden, um sie mit Gefundenen zu vergleichen. Stimmen die relevanten Daten nicht mit denen des Referenzdokuments überein, liegt ein Urheberrechtsverstoß vor. Anbieter solcher Referenzdatenbanken sind bisher: Netrights, Highwater Signum und Digimarc, die auch den ersten Online Suchdienst (MarcSpider) vorstellten.

Obwohl digitale Wasserzeichen durch entsprechende Plug-ins in diverser Software (Adobe Photoshop, Corel Draw) bereits einem breiten Anwenderkreis zugänglich gemacht wurden, ist es noch zu früh für den Einsatz des digitalen Wasserzeichens als Beweismittel für die Rechtsprechung.

Es haben sich noch keine Standards etabliert und die digitalen Wasserzeichen sind noch zu angreifbar gegenüber Attacken. Im Gegensatz zu den vollmundigen Versprechungen der Hersteller zeigten sich die getesteten Programme noch nicht als fehlerfrei einsetzbar. Zum Beispiel konnte nach dem Drucken eines Bildes mit Wasserzeichen und anschließendem scannen das Wasserzeichen aufgrund der unterschiedlichen Pixelstruktur zwischen Scan und Original nicht mehr erkannt werden. Es bleibt abzuwarten, wie weitere Generationen der Algorithmen zur Generierung von Wasserzeichen aussehen werden.

Ideal wäre eine zukünftige Austattung der Browser und der Betriebssysteme mit einem standardisierten Prüfsystem für digitale Wasserzeichen. Es wäre sicherlich auch sinnvoll, wenn Algorithmen das Wasserzeichen auf mehrere verschiedene Methoden, in der Bildanwendung etwa abgestimmt auf Farb- und Kontrastverhältnisse einbetten, um so robuster gegenüber Attacken zu werden. Neue Grafiksoftware könnte ein digitales Wasserzeichen nach einer Bildbearbeitung automatisch auffrischen.

Im Gespräch ist auch eine Nutzung der digitalen Wasserzeichen für geheime und unsichtbare Kommunikation, die Eignung dafür ist aber begrenzt, da nur wenige Bytes in Dokumenten versteckt werden können. Dennoch kann eine Verwendung zur geheimen Kommunikation durchaus Sinn machen, da die geheime Nachrichten in ein harmloses Dokument eingebettet wird, die Existenz einer Nachricht somit versteckt ist.

Etliche europäische Projekte befassen sich inzwischen mit Copyright Schutz und dessen Verwirklichung: Cited (Copyright in Transmitted Electronic Documents), Teil des Esprit Programms umfaßt Zugangs- und Benutzerkontrolle, darauf aufbauend befaßt sich Copearms mit der Festlegung eines einheitlichen Standards. Ebenso ist ein standardisiertes Copyright Verfahren das Ziel von Talisman (Tracing Authors' rights by Labelling Image Services and Monitoring Access Network).

Auf internationaler Ebene befaßt sich WIPO (World Intelectual Property Organization) und ebenso W3C (World Wide Web Consortium) mit internationalen Copyright-Abkommen beziehungsweise Urheberrechtsfragen.


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