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11. Smartcards

Nachdem wir seither ausschließlich softwarebasierte Systeme vorgestellt haben, wollen wir den Blick nun auf ein Hardware-System lenken, die Smartcards.

11.1 Anwendung

Dieses System ist schon bei uns verbreitet. z.B. die Versichertenkarte der Krankenkasse ist eine solche Smartcard. Heutzutage gibt es eine Karte für jede Anwendung (eine fürs Telefon, eine für die Krankenkasse etc.) Doch sollen diese verschiedenen Aufgaben bald auf einer Karte integriert sein. Beispiel: Ein Student kann mit seiner Karte in der Mensa zahlen, im Parkhaus, am Kopierer und er bekommt mit dieser Karte Zutritt zu Laborräumen, PC-Pools etc. Diese Smartcards sorgen also dafür, daß man mehrere Informationen (und Guthaben) einem Besitzer, also dem der die Karte hat, zur Verfügung stehen. Es sind Bemühungen im Gange, diese Smartcards auch für Zahlungen übers Internet zu verwenden. Hier sind nun wieder kryptographische Methoden nötig.

11.2 Entwicklung

Es wird damit gerechnet, daß ca. 990 Millionen Smartcards bis zum Jahre 2000 im Umlauf sind. Diese Entwicklung wird unter anderem von Motorola, Siemens und Philipps unterstützt.

1996 starteten Firmen wie Microsoft, HP, Siemens-Nixdorf und andere eine Zusammenarbeit, um grundlegende Protokolle für die Kommunikation zwischen Karte und Lesegerät festzulegen. Sie schufen somit den Grundstein für eine Verwendung von Smartcards in Zahlungssystemen.

11.3 Technik

Smartcards können ca. 10-100mal so viele Informationen aufnehmen wie herkömmliche Magnetkarten. Außerdem sind sie robuster und sicherer. Diese Karten können verschiedenste Informationen beinhalten, zum Beispiel auch die Identität des Besitzers.

Bei einer Smartcard handelt es sich nicht mehr um einen reinen Speicher, sondern vielmehr um einen Mikrocontroller. Der größte Unterschied zu den bekannten Kontrollern ist wohl, daß die Smartcard nicht über 8,16 oder mehr Eingänge etc. verfügt, sondern nur einen I/O PIN hat. Doch hierauf soll nicht näher eingegangen werden.

Diese Cards haben verschiedene "Features" um sie sicherer zu machen. So gibt es alles, von einer simplen PIN bis zu ausgeklügelten RSA oder DES Algorithmen. Auch wird eine Karte einfach ge-"resetet" wenn ein möglicher Hacker versucht, die Karte aus ihrem normalen Arbeitszyklus zu bringen.

11.4 Bezahlen mit der Smartcard

Es gibt sicherlich viele interessante Anwendungen für die Smartcard, doch wir wollen uns auf das Thema CASH beschränken. Man hat auf seiner Karte einen bestimmten Betrag. Bezahlt man, so wird ein Teil des Betrages auf der Karte abgebucht und beim Empfänger zugebucht.

Es gibt nun Karten für einmalige Verwendung (z.B. Telefonkarten), und Karten die immer wieder geladen werden können (z.B. "Chipteil" der EC-Karte).

11.5 Anwendungsbeispiele

In Frankreich gibt es das am längsten verwendete Smartcard-System im Bankenbereich. Hier kann eine Banktransaktion mittels einer Smartcard und einer PIN offline autorisiert werden.

Mondex ist ein System das in der Lage ist, mit mehreren Währungen umzugehen, und Geld von Hand zu Hand, also letztendlich von Karte zu Karte zu transferieren. Das System arbeitet anonym. Auch Transaktionen über die Bank sind mit Mondex möglich. Die Kosten für die Herstellung einer Smartcard liegen derzeit, je nach System und Verwendung, zwischen 2 DM und 35 DM.

11.6 Vorteile/Nachteile

Zwei Vorteile dieses Smartcard - Systems liegen klar auf der Hand. Auf der einen Seite muß man nicht mehr soviel Kleingeld mit sich herumtragen. Auf der anderen Seite kann Bargeldlos bezahlt werden, und zwar bei Beträgen wo Kreditkarte und Check unvorteilhaft sind. (zu Teuer). Man zahlt also normalerweise in Größenordnungen von Pfennig Beträgen bis etwa 100 DM (Schätzung des Verfassers) mit Smartcards. Man braucht bei diesem System also kein Konto, und kann so überall, also auch der Tourist im Ausland, bezahlen. Natürlich braucht man für dieses System überall entsprechende Hardware, und so stellt sich natürlich die Frage, ob jeder Händler sich ein Smartcard-Reader anschafft, und wer die Kosten trägt. Auch müssen "Aufladestationen" aufgestellt werden, und diese werden dann wahrscheinlich gegen Gebühr benutzbar sein. Ein klarer Nachteil: Derjenige, der die Karte besitzt, oder in seinen Besitzt gebracht hat, kann damit bezahlen. Mit der Möglichkeit des "electronic-cash" über die EC-Karte (Chip der auf bis zu 400 DM aufladbar ist) hat auch bei uns ein Smartcard-System Einzug gehalten. Wie weit es auf längere Zeit benutzt wird und sich etabliert wird sich noch zeigen.

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MünzenScheck / KontoKredit
SoftwareHardware
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Anonym
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