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3. Historie des Geldes

In den Anfängen der Menschheit gab es kein Geld im heutigen Sinn, sondern nur Tauschware. Dies bringt jedoch das Problem mit sich, daß es keine einheitlichen Vorstellungen des Wertes der Waren gibt. All zu oft sind sich dann die Tauschpartner uneinig über die Menge der Tauschgüter. Die Bewertungsfrage kann durch die Relation der Wertvorstellung gelöst werden, indem man ein neutrales Element einführt. Doch was für ein Medium soll solchen Ansprüchen gerecht werden?

Zuerst wurden dafür Naturprodukte verwendet, die außerdem oft magische oder religiöse Bedeutung hatten. Beispielsweise Muscheln, Steine, Pflanzen, Früchte, Vieh, ... Nun werden aber auch gewisse Ansprüche an ein solches Zahlungsmittel gestellt, wie beispielsweise

Da Naturprodukte diesen Ansprüchen nicht gerecht werden, erfüllen sie ihren eigentlichen Zweck auch nicht. Was ist eine halbe Kuh schon wert, was eine Monate-alte Frucht, oder ein Stein der in manchen Gegenden direkt vom Boden aufgehoben werden kann?

Als dann Edelmetalle entdeckt wurden, schienen alle Probleme des Naturgeldes beseitigt. Man konnte jetzt Münzen erstellen, die einen materiellen Gegenwert darstellten. Der Wert der ersten Münzen wurde nach Gewicht bestimmt, was auch naheliegend war, denn mehr Gold ist nun mal mehr wert. Nun schienen Edelmetalle aber auch nicht das Ideal zu sein, was sich vor allem die Herrscher wünschten. So war die Suche danach nicht immer leicht, und der Erfolg es zu finden nicht immer den "Richtigen" vergönnt. Deshalb führte man geprägte Münzen ein, die nur die Herrscher in Umlauf bringen durften. Durch die Münzprägung entfiel dann auch das lästige Wiegen der Münzen, denn den Gegenwert und auch Echtheit konnte man durch die Prägung erfahren. Diese Periode begann vor 2700 Jahren und blieb bist ins 19. Jahrhundert bestehen. Doch auch diese Lösung war nicht problemlos. Schließlich konnte jeder beliebige Provinzfürst seine eigene Münzwährung einführen, und diese per Dekret verändern: die Auswirkungen waren in der Regel im negativen Sinn für die Allgemeinheit: Inflation. Die geeigneten Produktionsverfahren um identische Münzen zu erstellen wurden auch erst sehr spät gefunden. Natürlich versuchte man die Herstellungskosten im Lauf der Zeit zu senken, was aber nicht im eigentlichen Sinn des realen Gegenwertes liegt. In China gab es bereits schon seit 650 n. Chr. Papiergeld, doch erst Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich dies in Europa und Nordamerika durch. Das Problem der Inflation bestand damit genauso, doch es gab damit einen entscheidenden Vorteil: das Gewicht des Geldes bei größeren Summen, wie sie von nun an durch die fortgeschrittene Industrialisierung keine Seltenheit mehr war, wurde praktischerweise drastisch reduziert. Außerdem konnte Münzgeld kaum in den benötigten Mengen hergestellt werden. Dennoch blieb es bis heute als Kleinstwährung erhalten.

Um Risiken wie Inflation in den Griff zu bekommen wurde es notwendig, Notenbanken zu etablieren, die die Kurse der jeweiligen Währung überwachen und durch eine geeignete Ausgabe steuern. Doch auch diesen Anforderungen konnte nicht immer gerecht werden. Zudem wurde immer wieder Falschgeld in Umlauf gebracht.

Trotz all diesen Problemen etablierte sich das Papiergeld und brachte durch eine relativ große Stabilität enormen wirtschaftlichen Aufschwung. In den letzten drei Jahrzehnten nahm die Bedeutung von Devisengeschäften immer mehr zu. 1973 wurde ein System flexibler Wechselkurse eingeführt, das bis heute die Weltfinanzmärkte bestimmt. So wird die Relation aller Währungen untereinander durch eine Kunstwährung bestimmt, die sogenannten Sonderziehungsrechte. Daraufhin wurde der Welthandel unglaublich belebt: eine Internationalisierung der Wirtschaft ist seitdem im Gange Wurde international primär für materielle Güter und Dienstleistungen bezahlt, so etablierte sich das transaktionelle Zahlungssystem und Währungsspekulationen. Das Geld im klassischen Sinn wird dadurch kaum noch ausgetauscht, sondern immer mehr nur noch auf elektronischem Weg - im virtuellen Sinn. Es ist nicht mehr notwendig, Geldscheine im Besitz zu haben; man hat im allgemeinen nur noch ein Konto bei einer Bank, die das Geld als Betrag verwaltet. Mehr und mehr verschwindet dadurch das Bargeld. Wieso braucht man es eigentlich überhaupt noch? Die Möglichkeiten die elektronisches Geld bietet sind weitaus größer als bei Münz- oder Papiergeld.


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