Die Firma CyberCash entwickelte ein Verfahren, mit dem man verschlüsselte Kreditkartendaten über das Internet übertragen kann. Es handelt sich hierbei um ein sicheres System, da eine aufwendige RSA-Verschlüsselung verwendet wird.
(Schlüssel ist 1024 Bit lang, CyberCash hat eine Ausnahmegenehmigung der US-Regierung für den Export dieses Schlüssels) Da bei diesem Verfahren aufwendige Registrierungsvorgänge wegfallen, stößt dieses Verfahren auf große Akzeptanz bei den Kunden.
Eigentlich ist CyberCash nur eine Art sicheres Übertragungsprotokoll, weniger ein Zahlungssystem.
Der Kunde überträgt mittels einer sogenannten Wallet-Software (verschlüsselt und signiert) die Transaktionsdaten an den Händler via Internet. Der Händler seinerseits fügt seine digitale Signatur bei und leitet diese Daten an den CyberCash-Server weiter. Dieser Server decodiert das Ganze und leitet die Online-Verifikation ein. Ist diese erfolgreich, so bekommt der Händler eine Bestätigung, die Kundenkreditkarte wird belastet. Der Händler veranlaßt darauf die Warentransaktion. Bei einer fehlgeschlagenen Verifikation wird der Vorgang abgebrochen.
Dieses System ist sehr komfortabel , wenn man mittels Kreditkarte zahlen möchte, ohne sich registrieren zu müssen. Anmerkung: Die Übertragung von Kreditkartendaten übers Internet stellt eine generelle Gefahr dar, denn es ist möglich, daß eine dritte Person "mithört".
Für den Händler besteht hier ein hoher Schutz gegenüber zahlungsunwilligen (-unfähigen) Kunden, durch die Online-Überprüfung. Die Kehrseite der Online-Überprüfung sind die hohen Transaktionskosten.
Der Händler kann die vom Kunden bekommenen Daten nicht decodieren, sondern er kann sie nur an CyberCash weiterleiten. Dadurch gibt es eine gewisse Anonymität zwischen Kunde und Händler. Sobald aber ein Warenversand über herkömmliche Wege (Post, UPS) nötig ist, muß der Kunde seine Identität preisgeben (Wie soll Händler sonst auch verschicken?).
Bei CyberCoin handelt es sich um eine Implementation eines Münz-basierten Zahlungssystems. Dieses CyberCoin-Prinzip wird in die oben beschriebene CyberCash Software integriert und ist für Micropayment (kleine Beträge) geeignet. Der Benutzer kann hier eine Art elektronische Software-Geldbörse aufladen und dieses Geld auch wieder ausgeben. Hierzu muß der Kunde sich registrieren lassen und seine Kontonummer in der Wallet-Software angeben. Das Einsatzgebiet ist vor allem der Erwerb von "digitalen" Gütern z.B. Datenbankinfos oder "PAY-PER USE" Anwendungen, allerdings muß der Händler fürs CyberCoin Verfahren lizensiert sein.
Der Kunde hat hierbei keine "Münzen" auf der Festplatte, sondern ein LOG-File welches über seinen "Kontostand" Auskunft gibt (über die CyberCoins die er in seiner elektronische Geldbörse hat, nicht über sein herkömmliches Konto). Man kann so also, anders als bei E-Cash keine Münzen kopieren. Bei einem möglichem Hard-Disk-Crash, Virusinfekt etc. kann man dieses LOG-File mit Hilfe der Bank wieder herstellen.

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