Es werden zwei gleichlange Zeilen übereinander geschrieben. Das Kappa errechnet sich dann durch Teilung der Anzahl der übereinstimmenden Zeichen durch die Anzahl aller Zeichen im Text. Das Interessante an diesem Kappa ist, daß es für hinreichend lange, voneinander verschiedene Texte immer etwa den gleichen Wert besitzt. Wird die Schlüssellänge mit N bezeichnet, so gilt: Das Kappa des um N verschobenen Geheimtextes ist gleich dem analog berechneten Kappa des Klartextes. Wird der Geheimtext um einen kleineren oder größeren Betrag als N gegen sich selbst verschoben, so ergibt sich ein wesentlich kleineres Kappa, es sei denn es handelt sich um ein Vielfaches von N. Somit kann man die Schlüssellänge ermittelteln.
Eine weitere Methode zur Ermittlung der Periodendauer ist die Kasiski-Methode, eingeführt von dem preußischen Offizier Kasiski. Bei einigermaßen zufälligem Geheimtext ist die Wiederholung von einer mindestens drei Zeichen langen Buchstabenfolge ziemlich unwahrscheinlich. In der normalen Sprache, also in einem normalen Text, treten solche Buchstabenfolgen jedoch recht häufig auf (beispielsweise -ung, -ion, -ein, usw.). Haben jetzt aber zwei gleiche Buchstabenfolgen im Klartext einen Abstand, der ein Vielfaches der Periodenlänge entspricht, so ergibt sich an diesen Stellen der gleiche Geheimtext. Man sucht also den Geheimtext nach Wiederholungen von mindestens drei Zeichen langen Buchstabenfolgen ab und beobachtet die Abstände. Erhält man als Ergebnis beispielsweise die Abstände 18, 27, 35, 45, so kann man davon ausgehen ,daß die Schlüssellänge neun (oder drei) ist. Die 35 ist nicht durch neun teilbar, solche Abweichungen kommen jedoch vor.