Die differentielle Kryptanalyse wurde 1990 von den israelischen Mathematikern BIHAM und SHAMIR eingeführt. Sie richteten ihre Angriffe damit gegen den DES-Algorithmus (siehe unten). Sie fanden mit dieser Methode einen chosen-plaintext-Angriff gegen DES, der effizienter ist als ein brute-force-Angriff. Dieses Beispiel bezieht sich auch auf den DES-Algorithmus.
Bei der differentiellen Kryptanalyse betrachtet man bestimmte Paare von Chiffretexten, und zwar solche, bei denen die zugehörigen Klartexte bestimmte Differenzen aufweisen. Die Bezeichnung Differenz ist über XOR definiert. Man untersucht die Entwicklung dieser Differenzen, während die Klartexte die DES-Runden durchlaufen und mit gleichem Schlüssel chiffriert werden. Mit Hilfe der Differenzen der entstandenen Chiffretexte weist man verschiedenen Schlüsseln unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten zu. Analysiert man eine genügend große Anzahl von Schlüsseln, so kristallisiert sich ein bestimmter Schlüssel als der wahrscheinlichste heraus. Dies ist der korrekte Schlüssel. Die Einzelheiten sind jedoch wesentlich komplizierter.
Man stellt sich ein Paar
X
Y
A
C
B
A
A
C
A
C
Ki
Ki
Allerdings sind auch mit der differentiellen Kryptanalyse die Aussichten auf einen erfolgreichen Angriff gegen DES sehr gering.