Steganographische Methoden gibt es nicht erst seit der Moderne, schon im antiken Griechenland und bei den Römern war es von existentieller Bedeutung, geheime Nachrichten unbemerkt übermitteln zu können. Dabei wurden durch die Geschichte hinweg die unterschiedlichsten Techniken benutzt, um Botschaften zu verstecken.
Eines der ersten Dokumente, das Steganographie beschreibt, ist die Geschichte von Herodotus, der erzählt, wie Demeratus Sparta mitteilte, daß die Xerer beabsichtigten, in Griechenland einzufallen. Dazu muß man wissen, daß es im antiken Griechenland üblich war Texte bzw. Nachrichten auf gewachste Tafeln zu schreiben. Um nun die geheime Botschaft unentdeckt an den Wachen vorbeizuschleusen, entfernte Demeratus das Wachs von den Tafeln, schrieb die Nachricht auf das sich darunter befindliche Holz und trug anschließend wieder Wachs auf die Tafeln auf, so daß diese unbeschrieben erschien.
Eine etwas kuriose erscheinende Methode, datiert auf das Mittelalter, ist es, die Nachricht auf den kahlrasierten Kopf des Boten zu tätowieren und diesen loszuschicken, nachdem dessen Haare so lang gewachsen sind, daß die Botschaft nicht mehr zu erkennen ist.
Eine andere, bis in die heutige Zeit allgemein verbreitete Form von versteckter Kommunikation, ist die Verwendung von unsichtbarer Tinte. Dabei könnte ein harmlos erscheinender Brief eine ganz andersartige, geheime Nachricht, geschrieben zwischen den Zeilen enthalten. Als unsichtbare Tinte wurden früher Milch, Weinessig, Fruchtsäfte oder Urin genutzt, die auf Grund des technischen Fortschritts später durch chemische Zusammensetzungen ersetzt werden konnten. Manche Nachrichten mußten sogar wie Photographien in einer Reihe chemischer Prozesse entwickelt werden.
1941 wurde in Deutschland die Kleinpunkttechnologie "microdots" entwickelt, die FBI Direktor J. Edgar Hoover als "the enemy's masterpiece of espionage" bezeichnete. Dabei sind die Nachrichten weder versteckt, noch verschlüsselt, sondern so klein, daß man ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt. Dadurch lassen sich große Mengen an Daten, die Zeichnungen und Photographie enthalten können, übermitteln.
Um Spionen das Übermitteln versteckter Informationen zu erschweren, reglementierten die Regierungen von Großbritannien und den USA im zweiten Weltkrieg die internationalen Postsendungen. Verboten war das Verschicken von Schachaufgaben, Kreuzworträtseln, Zeitungsausschnitten, Stickmuster, Liebesbriefen und Kinderzeichnungen. Blumengrüße, Musikwünsche im Radio und Chiffreanzeigen waren suspekt und wurden eingeschränkt. Teilweise formulierten die Zensurbehörden der Regierungen sogar abgefangene Briefe um oder klebten die Briefmarken auf den Umschlägen an andere Positionen.